Kuriosum naturale

Das virtuelle Kuriositätenkabinett

Trinken für Fortgeschrittene


Falls ich einmal im australischen Outback unterwegs sein sollte, möchte ich nicht auf einen der zahlreichen Dornenteufel oder Molochs (Moloch horridus) treten. Im heutigen „Kurz und kurios“ soll es allerdings nicht so sehr um das tarnende Dornenkleid an sich gehen, sondern um eine besondere Eigenschaft, welche die Schuppen mit sich bringen. Feine Mikrostrukturen der Molochschuppen ermöglichen es nämlich, dass Umgebungswasser mittels Kapillarkaft von jeder Körperpartie Richtung Maul „gezogen“ wird. Der Dornenteufel ist somit in der Lage, seinen Feuchtigkeishaushalt durch Nebel-, Tau- oder Pfützenwasser auszubalancieren. Er trinkt also, ohne sich groß bewegen zu müssen.

Die harschen Bedingungen des Outbacks machen diese Anpassung auch zwingend notwendig, da frei verfügbares Oberflächenwasser absolut selten ist und reguläres Trinken aufgrund von Prädatorendruck oder Verdunstungshitze schnell und effektiv sein muss.

Seht selbst!

p.s. Man kann diesen Effekt übrigens wunderbar nachahmen: Nehmt ein Glas oder eine Schüssel mit Wasser und hängt einen Stofflappen oder -tuch so hinein, dass ein Teil das Wasser berührt und der andere Teil aus dem Gefäß hinausreicht. Der gesamte Lappen wird sich aufgrund der Kapillarkraft immer weiter mit Wasser vollsaugen, auch die nicht ins Wasser ragenden Bereiche. Diese könnt ihr dann auslutschen 😛

 

Bildreferenz:

Die Farben des Dornteufel sind an den Untergrund des Lebensraumes des jeweiligen Individuums angepasst“ von ogwen (2005) – http://www.flickr.com/photos/ogwen/54919826/in/photostream, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5263836

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Thema von Anders Norén

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